Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht werden Aminosäuren grob in essentielle Aminosäuren, nicht-essentielle Aminosäuren und bedingt essentielle Aminosäuren eingeteilt. Diese Klassifikation beruht weniger auf der Struktur der Aminosäure selbst, sondern darauf, ob der menschliche Körper die Aminosäure in ausreichender Menge synthetisieren kann. MedlinePlus erklärt, dass Aminosäuren in drei Gruppen eingeteilt werden: essentiell, nicht-essentiell und bedingt essentiell.
| Klassifikation | Beschreibung |
|---|---|
| Essentielle Aminosäuren | Können im Körper nicht in ausreichender Menge synthetisiert werden und müssen über die Nahrung aufgenommen werden |
| Nicht-essentielle Aminosäuren | Können im Körper synthetisiert werden (das bedeutet nicht, dass sie unwichtig sind) |
| Bedingt essentielle Aminosäuren | Können normalerweise synthetisiert werden, müssen aber unter bestimmten Umständen extern aufgenommen werden |
Essentielle Aminosäuren
Essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die im Körper nicht in ausreichender Menge synthetisiert werden können und über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Beim Menschen gibt es 9 essentielle Aminosäuren. Auch NCBI Bookshelf erklärt, dass diese 9 in menschlichen und anderen Säugetierzellen nicht synthetisiert werden können und über eine externe Nahrungszufuhr bereitgestellt werden müssen.
- Histidin
- Isoleucin
- Leucin
- Lysin
- Methionin
- Phenylalanin
- Threonin
- Tryptophan
- Valin
| Valin | Lysin | Methionin | Phenylalanin |
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Nicht-essentielle Aminosäuren
Nicht-essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die im Körper synthetisiert werden können. Allein vom Namen „nicht-essentiell" könnte man meinen, sie seien unwichtig, aber das ist ein Missverständnis. Auch nicht-essentielle Aminosäuren sind wichtige Aminosäuren, die für die Proteinsynthese und den Stoffwechsel benötigt werden. Der Name bedeutet lediglich, dass sie im gesunden Zustand nicht zwingend über die Nahrung aufgenommen werden müssen, da der Körper sie selbst synthetisieren kann. MedlinePlus erklärt ebenfalls, dass nicht-essentielle Aminosäuren Aminosäuren sind, die der Körper auch ohne Nahrungsaufnahme produzieren kann.
| Glycin | Alanin | Glutaminsäure |
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Bedingt essentielle Aminosäuren
Bedingt essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die normalerweise im Körper synthetisiert werden können, deren Bedarf aber unter folgenden Umständen ansteigen kann, sodass die körpereigene Synthese möglicherweise nicht mehr ausreicht. MedlinePlus erklärt, dass bedingt essentielle Aminosäuren normalerweise nicht essentiell sind, aber bei Krankheit oder Stress notwendig werden.
- Wachstumsphasen, Schwangerschaft, Stillzeit
- Krankheit, Stress, Verletzungen
Aus Sicht der Strukturformeln
Aus Sicht der Strukturformeln lässt sich nicht einfach allein anhand der Eigenschaften der Seitenkette entscheiden, ob eine Aminosäure essentiell oder nicht-essentiell ist. Zum Beispiel sind Leucin, Isoleucin und Valin hydrophobe Aminosäuren mit verzweigten Ketten und gehören zu den essentiellen Aminosäuren. Andererseits sind Alanin und Glycin ebenfalls relativ einfache unpolare Aminosäuren, gehören jedoch zu den nicht-essentiellen Aminosäuren.
Die Essentialität wird hauptsächlich dadurch bestimmt, ob die Aminosäure über die Stoffwechselwege im Körper synthetisiert werden kann. Es ist wichtig zu beachten, dass es keine einfache Entsprechung wie „komplexe Struktur = essentiell" oder „einfache Struktur = nicht-essentiell" gibt.
Ernährung und Proteinqualität
Wichtig beim Verständnis essentieller Aminosäuren ist die Frage nach der Proteinqualität. Nahrungseiweiß wird durch die Verdauung in Aminosäuren zerlegt und im Körper für die Synthese der benötigten Proteine verwendet. MedlinePlus erklärt, dass Nahrungsprotein in Aminosäuren zerlegt wird und der Körper diese unter anderem für die Reparatur von Geweben und das Wachstum nutzt.
Außerdem bedeuten essentielle Aminosäuren nicht, dass „bei jeder Mahlzeit alle perfekt aufgenommen werden müssen". MedlinePlus erklärt, dass essentielle und nicht-essentielle Aminosäuren nicht bei jeder Mahlzeit aufgenommen werden müssen und dass die Balance über den ganzen Tag wichtig ist.
Für das Chemiestudium vertieft es das Verständnis, essentielle Aminosäuren nicht nur als rein ernährungswissenschaftlichen Begriff zu betrachten, sondern sie zusammen mit der Strukturformel und den Eigenschaften der Seitenketten zu sortieren. Unter den essentiellen Aminosäuren gibt es welche mit hydrophober Seitenkette, mit aromatischer Seitenkette, schwefelhaltige und solche mit basischer Seitenkette. Mit anderen Worten: Essentielle Aminosäuren sind auch strukturell vielfältig.
Zusammenfassung
Essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die im Körper nicht in ausreichender Menge synthetisiert werden können und über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Nicht-essentielle Aminosäuren können im Körper synthetisiert werden, das bedeutet aber nicht, dass sie unwichtig sind. Bedingt essentielle Aminosäuren sind Aminosäuren, deren Bedarf unter bestimmten Umständen steigt. Aus Sicht der Strukturformeln wird die Essentialität nicht allein durch die Seitenkette bestimmt, sondern hängt mit den Stoffwechselwegen im Körper zusammen.